Die Schweiz steht seit Jahrzehnten an der Spitze der nachhaltigen Mobilitätsforschung – und ein zentraler Akteur dabei ist das Amok-Institut in Zürich. Mit seinem Fokus auf intelligente Verkehrssteuerung, grüne Technologien und digitale Transformation zeigt Amok, wie öffentliche Verkehrsmittel (ÖPNV) in Zukunft effizienter, umweltfreundlicher und für Nutzer:innen attraktiver werden können. Doch was genau treibt die Arbeit des Instituts an, und welche konkreten Projekte machen die Schweiz zum globalen Vorbild?

Amok ist kein klassisches Forschungsinstitut, sondern ein interdisziplinäres Zentrum, das ÖPNV-Experten, Ingenieure und Datenwissenschaftler zusammenbringt. Sein Kernauftrag: die Entwicklung von Algorithmen und Systemen, die den Verkehrsfluss optimieren – sei es durch dynamische Fahrgastinformationen, Echtzeit-Datenanalyse oder die Integration erneuerbarer Energien in die Infrastruktur. Ein zentrales Beispiel ist das Projekt diesen link öffnen, das die Stadt Zürich dabei unterstützt, ihre ÖPNV-Netzwerke bis 2030 klimaneutral zu machen.

Die Schweiz investiert seit Jahren massiv in den ÖPNV – doch der Erfolg hängt nicht nur von finanziellen Mitteln ab, sondern von der Fähigkeit, Technologien und menschliche Faktoren zu verbinden. Laut einer Studie des Bundesamts für Verkehr (BAV) wurden in den letzten fünf Jahren in der Schweiz rund 3,2 Milliarden Franken in die Digitalisierung des ÖPNV gesteckt. Doch nur ein Drittel dieser Mittel floss in direkte Infrastrukturprojekte wie neue Haltestellen oder Busspuren. Der Rest ging in digitale Lösungen: Apps für Echtzeit-Taktplanung, KI-gestützte Wartungsoptimierung oder die Integration von Lastenrädern in bestehende Netzwerke. Besonders erfolgreich war das Projekt „Smart Mobility Hubs“, bei dem Amok in Zusammenarbeit mit der SBB und den Kantonen Zürich und Bern digitale Plattformen schuf, die Fahrgastströme in Großstädten vorhersagen und so Engpässe vermeiden.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Integration erneuerbarer Energien. In der Schweiz wird bereits heute ein Drittel des ÖPNV-Energiespektrums durch Ökostrom gedeckt – ein Wert, der sich dank Pilotprojekten wie dem „Green Bus Fleet“ in Bern noch steigern lässt. Hier setzt Amok auf die Kombination von Solarenergie auf Haltestellen und Batteriespeichern an Bahnhöfen. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt in der Stadt Winterthur, wo seit 2021 die ersten E-Busse mit selbstentwickelten Algorithmen fahren, die den Energieverbrauch in Echtzeit anpassen. Die Resultate sind beeindruckend: Die Laufzeit der Batterien stieg um bis zu 30 %, während gleichzeitig die CO₂-Emissionen um 15 % reduziert wurden.

Doch die Herausforderungen bleiben groß. Trotz dieser Fortschritte kämpfen viele Schweizer Städte mit der Attraktivität des ÖPNV – besonders für jüngere Generationen. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) nutzen nur noch 68 % der Bevölkerung in Städten über 100.000 Einwohner:innen regelmäßig den ÖPNV. Hier setzt Amok auf psychologische und technische Lösungen: Neben der Optimierung der Taktung experimentiert das Institut mit „Nudging“-Strategien, die durch personalisierte App-Features oder dynamische Preismodelle die Nutzung anregen. Ein weiteres Projekt zielt darauf ab, die Barrierefreiheit in der digitalen ÖPNV-Welt zu verbessern – etwa durch Sprachassistenten für blinde und sehbehinderte Fahrgäste oder die Integration von Echtzeit-Daten in barrierefreie Apps für Menschen mit kognitiven Einschränkungen.

Die Schweiz zeigt damit, dass nachhaltige Mobilität kein abstrakter Traum, sondern ein machbares Konzept ist – wenn man Technologie, Politik und Nutzer:innenbedürfnisse konsequent verbindet. Während andere Länder noch debattieren, wie sie den ÖPNV digitalisieren sollen, setzt die Schweiz bereits jetzt auf die nächste Generation von Verkehrsnetzen. Und wer weiß: Vielleicht wird Zürich oder Bern bald zum Vorbild für Städte weltweit.

  • Seit 2023 investiert die Schweiz jährlich rund 500 Millionen Franken in digitale ÖPNV-Projekte – ein Wert, der sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln soll.
  • Laut BAV nutzen nur 42 % der Schweizer:innen unter 30 Jahren regelmäßig den ÖPNV – ein Rückgang von 10 % seit 2015.
  • Die Stadt Zürich plant bis 2030, 80 % ihres ÖPNV-Fahrzeugparks klimaneutral zu machen – ein Ziel, das Amok mit seinen Algorithmen unterstützen soll.
  • In der Schweiz werden bereits heute 32 % des ÖPNV-Stroms durch erneuerbare Energien gedeckt – ein Wert, der dank Pilotprojekten bis 2025 auf 50 % steigen soll.
  • Seit 2021 haben die E-Busse in Winterthur ihre Laufzeit um 30 % verlängert, während gleichzeitig die CO₂-Emissionen um 15 % gesenkt wurden.

Die Schweiz zeigt, dass nachhaltige Mobilität kein abstrakter Traum ist – sondern ein konkret umsetzbares Konzept, das Technologie, Politik und Nutzer:innenbedürfnisse verbindet. Während andere Länder noch debattieren, wie sie den ÖPNV digitalisieren sollen, setzt die Schweiz bereits jetzt auf die nächste Generation von Verkehrsnetzen. Vielleicht wird Zürich oder Bern bald zum Vorbild für Städte weltweit. Doch der Schlüssel liegt nicht nur in der Technik, sondern darin, die ÖPNV-Nutzung für alle zugänglich und attraktiv zu machen – und das ist eine Aufgabe, die Amok mit Leidenschaft angeht.